Literatur

Die Masse der Bevölkerung ist des Lesens und Schreibens nicht mächtig, doch in den Kreisen des Adels gilt es als ein Zeichen des Wohlstands diesen Fähigkeiten habhaft zu sein. So rühmen sich alle hohen Häuser einer eigenen Bibliothek und diverse Familien des Reichsritterstandes versuchen ihnen nachzueifern. Zeitgenössische Literatur umfasst neben religiösen Werken wie der Gründungssage des Reiches hauptsächlich Geschichten und Legenden, sowie vereinzelt Fachliteratur und Gedichtbände.

Die einfache Bevölkerung tradiert Geschichten über Erzählungen und Märchen, die zur Unterhaltung und Kindererziehung beitragen.

Ein Bespiel für volkstümlich Erzählungen ist das Märchen der drei Töchter:

Es war einmal vor langer Zeit eine Mutter, die hatte drei Töchter.
Der Vater war früh gestorben, und so diente sie jeden Tag jenseits der sechs Hügel, um für ihre Töchter zu sorgen. Sie machte sich nach dem Sonnenaufgang auf dem Weg und arbeitete bei dem Müller und danach bei dem Bäcker. So konnte sie jeden Abend einen Laib Brot nach Hause bringen, und sie mussten nicht hungern.
Eines Tages war sie auf dem Weg zurück zu ihren Kinder, als auf dem ersten Hügel ein hungriger Wolf vor er stand. Er knurrte und bedrohte sie. In ihrer Not warf sie ihm das Brot zu und floh.
Doch auf dem zweiten Hügel stand er wieder vor ihr, hungrig und bösartig. Sie warf ihm das Tuch mit den Krümeln zu und floh.
Auf dem dritten Hügel erwartetet er sie erneut, und sie warf ihm ihre Kleidung zu, und lief.
Auf dem vierten Hügel stand der Wolf, wütend und mit bleckendem Gebiss. Voller Angst gab sie ihm ihren linken Arm, dass er satt sei und sie nach Hause komme.
Doch er stand auf dem fünften Hügel drohend vor ihr. Sie erlaubt ihm, ein Bein zu essen, und kroch weiter zu ihren Kindern.
Auf dem sechsten Hügel stand der Wolf, bereit zu endgültig zu verschlingen.
Wie jeden Abend waren ihre Töchter ihr entgegen gelaufen, ihre Mutter zu begrüßen. Und sie sahen den Wolf. Die jüngste schrie und wollte zu ihrer Mutter, um sie zu beschützen. Aber die älteren Mädchen hielten sie fest und zogen sie Richtung Haus.
In dem Augenblick senkte sich die Abendsonne in ihre letzten Strahlen und eine Leiter reichte vom Himmel zur Erde. Die Sonne nahm die drei Töchter zu sich und rettete sie vor dem Hunger des Wolfes. Die älteren, feigen machte sie zum Mond und zum Abendstern. Damit sie jede Nacht hinunter blicken zu jenen, mit denen sie nie wieder wandeln werden und so ihren Verrat an ihrer Mutter bereuen.
Die jüngste jedoch nahm die Sonne zu ihrer Seite. Und manchmal noch darf sie hinunter und sich in uns zeigen.

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Flusslande Alex_M